Wir sind der Meinung, dass sich die Sache mit dem Abstiegskampf in die Länge zieht wie ausgezogerner Apfelstrudel. Das ist nichts für die Nerven. Angesichts der Tatsache, dass wir vor exakt neun Runden, vor dem Heimspiel gegen Klagenfurt gesagt haben, “dass man heute unbedingt gewinnen muss”, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben, ist es ein Wunder, dass man nach dem Unentschieden gegen St.Florian noch immer eine reelle Chance auf den Klassenerhalt hat. In der Zwischenzeit wurden nur exakt zwei Spiele gewonnen. Man könnte aus diesem Sachverhalt auch den Schluss ziehen, dass unsere Tabellenkindernachbarn auch nur mit Wasser kochen. Ein klein wenig Glück in den nächsten beiden Runden, und der Kassier darf sich im Heimspiel gegen Pasching die Hände reiben. Beide, mit einer Hand geht es ja schlecht. Und das Ganze nach dem Zählen der Eintrittskartenabrisse.
Wir sind außerdem der Meinung, dass ein 1:1 in St.Florian ist aus der Sicht des leidgeprüften Fans ein runde Sache ist. Die Vorwärts kann tatsächlich Fußballspielen, stellte manch einer überrascht fest. Torschütze Peter Orosz meinte nach dem Spiel, dass man gegen solche Gegner eigentlich gewinnen muss, unbedingt. Wahrscheinlich war auch die Latte dieser Meinung, die uns zweimal vor Ungemach rettete. Aber Tore schießen können Latte und Stange halt auch nicht.
Wir sind außerdem der Meinung, dass ein Peter Orosz unbedingt gehalten werden muss, egal in welcher Liga man in kommenden Jahr spielt. Nur so nebenbei: Er würde das auch gerne für die Vorwärts in der OÖ-Liga tun, falls die Option auf einen sofortigen Wiederaufstieg gegeben sei, kadermäßig. An uns Fans soll es ja nicht scheitern.
Wir sind außerdem der Meinung, dass das Füllhorn der öffentlichen Hand in Oberösterreich der Schlüssel zu Fußballwundern wie St.Florian ist. Wenn in einem Fußballdorf, in dem in der Regel nur die frischest verliebten Spielerfrauen auf den Platz kommen, jahrelang durchaus solider Fußball gespielt wird, liegt das nicht nur an der vorbildlichen Nachwuchsarbeit und weil dort alle so ursuper zusammenhalten, sondern auch an kleinen Zuwendungen von Landesunternehmen wie Ferngas und AVE. Öffentliche Gelder für Fußball ohne Öffentlichkeit. Danke, Land Oberösterreich.
Wir sind außerdem der Meinung, dass die Regionalliga des kommenden Jahres nicht unbedingt ein urbaner Megahammer sein wird. Sollte uns Sierning und Dietach tatasächlich “erspart” bleiben, dann stoßen aus heutiger Sicht zur Regionalliga: aus Kärnten die SG Drautal, aus der Steiermark der SC Kalsdorf. Ja ja, da muss man wieder mal Google-maps aufrufen.